Kosten für Arzneimittel ziehen weiterhin an

18. August 2010

Auf die gesetzliche Krankenversicherung kommen schwere Zeiten zu. Der Anstieg der Kosten scheint nicht zu bremsen zu sein. Eines der besten Beispiele ist die aktuelle Entwicklung der Kosten für Arzneimittel, welche das Gesundheitssystem finanziell stark belasten. Wie das „Ärzteblatt“ schreibt, sind die Kosten für Arzneimittel im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent gestiegen. Dies mag sich zunächst nicht sehr eindrucksvoll anhören, jedoch belaufen sich die Kosten auf satte 14,2 Mrd. Euro. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Apothekenzuschüssen und Zwangsrabatte bereits zu einer Kostensenkung von einer halben Milliarde Euro geführt haben.

Gesundheitsexperten führen den Kostenanstieg auf zwei wesentliche Faktoren zurück. Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass der Anteil älterer Patienten fortlaufend zunimmt. Ältere Patienten benötigen eine umfassendere und somit auch kostspieligere Versorgung mit Medikamenten. Außerdem tragen Innovationen aus den Bereichen Medizintechnik und Pharmazie dazu bei, die Kosten weiter in die Höhe zu treiben.

Dieser Kostenanstieg verdeutlicht, mit welchen Problemen die gesetzliche Krankenversicherung zu kämpfen hat. Daher ist auch sehr deutlich abzusehen, dass die Krankenkassen in den kommenden Jahren dazu gezwungen sein werden, Zusatzbeiträge einzuführen oder zu erhöhen. Gleichzeitig wird der Gesetzgeber dazu gezwungen sein, die Beitragssätze zu steigern.

Wer einen guten und zugleich günstigen Versicherungsschutz sucht, kommt daher langfristig an der privaten Krankenversicherung nicht vorbei. Zwar haben die Versicherungsunternehmen ebenso mit einem Kostenanstieg zu kämpfen, jedoch tragen Rücklagenbildung und die Auswahl der Versicherungsnehmer dazu bei, den Anstieg der Kosten stärker zu begrenzen, weshalb die Versicherungsbeiträge längst nicht so stark anziehen werden, wie es in der gesetzlichen Krankenversicherung zu erwarten ist.