Wie bereits im vorangegangenen Artikel angesprochen, sind die Kosten im Gesundheitswesen in 2008 enorm gestiegen. Die meisten Kosten sind durch psychische Erkrankungen, Verhaltensstörungen, Demenz und Depressionen zustande gekommen. Für sie wurden 2008 ungefähr 28,7 Milliarden Euro aufgewendet. Damit sind diese Krankheiten schon auf Platz drei der Krankheitskostenrechnung. 2002 zählten noch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Arthrose zu den drittgrößten Kostenverursachern in der deutschen Volkswirtschaft. Diese Erkrankungen liegen nun mit ungefähr 28.5 Milliarden Euro auf dem vierten Platz der Krankheitskostenrechnung.
An erster Stelle der Rechnung des Statistischen Bundesamts lagen 2008 die Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer Gesamtsumme von 37 Milliarden Euro. Daran schließen sich die Krankheiten des Verdauungssystems mit Kosten von 34,8 Milliarden Euro an. An fünfter Stelle der Kostenrechnung stehen die Krebserkrankungen, die 2008 Kosten von mehr als 18,1 Milliarden Euro bewirkten. Ebenfalls stark zugenommen haben auch die Arzneimittelausgaben. 2008 kosteten die Medikamente die privaten Krankenversicherungen und gesetzlichen Krankenkassen noch knapp 43,2 Milliarden Euro. Derart sind die Kosten für Arzneimittel sogar noch mehr gestiegen als die Gesundheitsausgaben.
Den Löwenanteil der steigenden Kosten haben vor allem die gesetzlichen Krankenkassen zu tragen. Sie haben 2008 knapp 151,1 Milliarden Euro, also mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben, gezahlt. Aber auch die Ausgaben der privaten Krankenversicherungen sind deutlich gestiegen. Diese mussten zwar nur für 9,5 Prozent der gesamten Krankheits- und Präventionskosten bezahlen – allerdings erhöhten sich die Gesamtausgaben der privaten Krankenversicherung von insgesamt 1,4 Milliarden Euro auf 24,9 Milliarden Euro.