Wahltarife gesetzlicher Krankenkassen bieten keine Planungssicherheit II

05. September 2010

Bereits im vorangegangen Beitrag haben wir darauf hingewiesen, dass Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung den großen Nachteil haben, dass sie keinerlei Planungssicherheit bieten.

Die Konstruktionsmängel von Wahltarifen bei gesetzlichen Anbietern haben die Wirkung, dass der Kunde seinen ergänzenden Versicherungsschutz schon nach einer kurzen Übergangszeit wieder verlieren kann und es ist sogar möglich, dass je nach Alter und Gesundheitszustand der Kunde unter Umständen auch keinen neuen Vertrag bei einem privaten Anbieter mehr abschließen kann.
„Gesetzlich Versicherte sollten zusätzliche Absicherungen deshalb immer bei privaten Anbietern vereinbaren“, erklärt Christopher Kühn, Bereichsvorstand beim unabhängigen Finanz- und Vermögensberater MLP.

Sogar die politische Diskussion über Zusatzabsicherungen ist wieder intensiver geworden. Die Union und die FDP haben vor, im Zuge der Gesundheitsreform die Wahltarife gesetzlicher Krankenkassen deutlich zu begrenzen. Nach den Planungen für den Gesetzentwurf soll es in Zukunft nur noch Tarife mit Selbstbehalt und Kostenerstattung geben, alle anderen geschlossen werden und dabei spielt es keine Rolle, ob der Versicherer den Tarif fortführen will oder nicht.
Gesetzliche Krankenkassen haben die Gelegenheit ihre Wahltarife jederzeit zu schließen. Die Versicherten müssen dann eine neue Zusatzabsicherung abschließen, wenn Alter und Gesundheitszustand dies noch möglich machen.

Nach Einführung des Einheits-Krankenkassenbeitragssatzes zum 1.1.2009 waren Wahltarife die einzige Möglichkeit, die Beitragszahlungen an die Krankenkasse zu senken, wenn die Kasse keine Überschussprämie auszahlt. Mit Wahltarifen konnten Versicherte Beiträge sparen oder mehr Leistungen erhalten. Jedoch wurden die Kunden dadurch auch für drei Jahre an die Krankenkasse gebunden. Diese Mindestlaufzeit war gesetzlich vorgeschrieben.